Tagesweg im Modell 4,2 m

Sein Durchmesser beträgt 4878 km, und er ist der innerste aller Planeten unseres Sonnensystems. Merkur kann sich der Sonne auf seiner relativ stark elliptischen Bahn bis auf 46 Mio. km nähern (0,31 AE) und ist maximal 70 Mio. km (0,47 AE) von ihr entfernt. Von der Erde aus gesehen, entfernt er sich niemals um mehr als 28° von unserem Zentralgestirn  (etwa zwei Handspannen) und ist folglich immer nur kurz in der Dämmerung vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang sichtbar. Auf Grund des geringen Abstands zur Sonne muss er sie nach den Kepler'schen Gesetzen sehr schnell umlaufen, um nicht durch die Schwerkraft auf sie zu stürzen.
Seine Bahngeschwindigkeit, die höchste aller Planeten, ist im Mittel etwa um die Hälfte höher als die der Erde und doppelt so groß wie die des Mars. In 88 Erdentagen umläuft Merkur auf seiner mit 7° von allen klassischen Planeten am stärksten zur Ekliptik geneigten Bahn die Sonne, wobei ihr Rotationsäquator die selbe Neigung wie die Merkurbahn aufweist. Pro Sonnenumrundung rotiert der Planet 1 ½ mal um die eigene Achse, so dass in 2 Merkurjahren 3 Eigenrotationen erfolgen, was einen seltsamen Effekt ergibt: An einem beliebigen Ort auf dem Merkurglobus dauert es 176 Erdentage von einem Sonnenaufgang zum nächsten, was einem lokalen Sonnentag entspricht. Dort ist daher der Tag doppelt so lang wie das Jahr. Durch die Raumsonde Mariner 10 (1974) wurden die meisten Erkenntnisse über Merkur gewonnen. Seine Oberfläche ist ähnlich der des Erdmondes von Kratern übersät, und er besitzt nur eine dünne Restatmosphäre, die hauptsächlich aus Helium besteht. Durch den langen Merkurtag schwankt die Oberflächentemperatur zwischen –183°C bis +427°C. Der Kern des Planeten, den ein Mantel aus Silikaten umschließt, besteht wie bei der Erde aus Eisen und Nickel. Merkur hat keinen Mond und besitzt ein Magnetfeld, dessen  Stärke aber  nur 1/100 des Wertes der Erde beträgt. Auf Grund von kleinen Anomalien der Merkurbahn wurde lange Zeit innerhalb von ihr ein Planet vermutet, dem man sogar den Namen Vulkanus gab. Mit Hilfe der Einstein’schen Relativitätstheorie konnten diese Abweichungen jedoch als Raumkrümmungseffekt der Sonne beschrieben werden. Der hypothetische Planet Vulkanus wurde hingegen nicht gefunden.
Am 7. Mai 2003 schiebt sich der kleine Merkurglobus genau zwischen Erde und Sonne und ein winziges schwarzes Pünktchen ziert die Sonnenscheibe: Ein Merkurtransit!

Planet Merkur war trotz seiner kurzen Sichtbarkeit bereits im alten Babylon (als Nabu), Griechenland (als Hermes), Ägypten (als Thot) und China bekannt, wo er wohl wegen seiner Schnelligkeit und Flüchtigkeit den Beinamen Stundenstern trug. Die meisten alten Sternkundigen hatten erkannt und beschrieben, dass er sich in einer Bahn um die Sonne bewegt. Als Gott Hermes (griech.) bzw. Merkur (röm.) war er im Mythos Sohn des Zeus/Jupiter und der Bergnymphe bzw. Pleiade Maia. Als Götterbote war er Führer der Verstorbenen in die Unterwelt und galt als Beschützer der Reisenden und Glücksbringer für Kaufleute und Diebe. Auch die Erfindung der Schrift und des Rechenwesens sei ihm zu verdanken. Wie auf dem Bild wird er oft mit geflügelter Kappe, Botenstab und geflügelten Sandalen dargestellt. Als Kind hat Hermes/Merkur aus einer Schildkröte eine Leier (das Sternbild Lyra) gefertigt, welche in den Händen seines Bruders Apoll zu dessen Lieblingsinstrument wurde. 
Der Mittwoch, (ital. mercoledi, franz. Mercredi) ist der ihm geweihte Tag, der im Englischen wednesday heißt. Die Bezeichnung Wodanstag für den Mittwoch lässt darauf schließen, dass Merkurs altnordische Entsprechung Wotan/Odin war.