Tagesweg im Modell 1.1 m

Als von der Sonne aus gesehen fünfter Planet ist Jupiter auch der Größte. Er umkreist unser Zentralgestirn im Abstand von durchschnittlich 778 Mio. km (5.2 AE) in etwa 11.9 Jahren. Sein Durchmesser beträgt mit fast 143 000 km das 11-fache der Erde. Trotzdem reichte seine Masse nicht aus, im Innern Temperaturen zu erzeugen, die Kernreaktionen wie im Zentrum der Sonne erlauben. Wie sie besteht er aus Wasserstoff und Helium und hat ein starkes Magnetfeld. Eine Eigenrotation dauert etwa 10 Stunden. Weil aber Jupiter als Gasplanet keine feste Oberfläche hat, rotiert er wie die Sonne bei verschiedenen Breiten unterschiedlich schnell. In der -150°C kalten Atmosphäre, in der Winde mit Geschwindigkeiten bis 900 km/h auftreten, bilden Zonen von gelblicher und rötlicher Färbung mehrere Gürtel, die unterschiedlichen Tiefen in der Atmosphäre und chemischen Zusammensetzungen der Wolken (z.B. Methan und Ammoniak) entsprechen. In einem der beiden auch in einem kleinen Fernrohr gut sichtbaren Hauptbänder befindet sich der markante "Große Rote Fleck", ein gewaltiger Wirbelsturm, der schon seit Jahrhunderten existiert. Jupiter ist von vier großen und - soweit bisher bekannt - 24 kleinen Monden umgeben und hat auch ein sehr schwaches Ringsystem ausgebildet. Die vier großen Trabanten, die Galileischen Monde, haben Durchmesser von 3000 bis 5000 km, wogegen die kleinen weniger als 200 km groß sind und zum Teil eingefangene Asteroiden sein dürften. Die vier großen Monde wurden fast zeitgleich von Galileo Galilei und Simon Marius nach Erfindung des Fernrohres entdeckt und waren eine wichtige Bestätigung des kopernikanischen Weltbilds. Ihre Namen von innen nach außen lauten: Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Ihre Umlaufzeiten dauern entsprechend 1.7, 3.4, 7.3 und 17 Tage. Auf Io hat man sogar Vulkanausbrüche beobachtet, und die äußeren Monde dürften viel Wasser enthalten. Der Einschlag des Kometen Shoemaker-Levi 9 auf Jupiter konnte 1994 beobachtet werden und hat in Erinnerung gerufen, dass Jupiter den Großteil der Kometen wegfegt, die ansonsten in gefährliche Erdnähe kommen könnten.

In allen alten Kulturen nahm Jupiter wegen seiner Helligkeit unter den Planeten eine hervorragende Stellung ein. Jupiter benötigt etwa 12 Jahre für einen Umlauf um die Sonne, in einem Jahr bewegt er sich daher knapp 30° am Himmel weiter, was etwa einem der 12 Tierkreisbilder entspricht. Die Zahl 12 war schon in Babylon eine hervorragende Zahl, unsere Einteilung des Jahres in zwölf Monate und die Einteilung des Tages in (2x) 12 Stunden hat vermutlich dort ihren Ursprung. Im griechisch-römischen Mythos war Zeus/Jupiter Sohn von Kronos/Saturn. Zeus/Jupiter ging bei einem Rennen um die Herrschaft am Himmel als Sieger hervor, er warf dabei seinen Vater Chronos/Saturn aus dem Himmelswagen. Dieses Geschehen in den Himmelsmythen hat folgenden wirklichen Hintergrund: In der Antike wurde es als Kampf der Götter gedeutet, wenn bei einer dreifachen Konjunktion von Jupiter und Saturn sich die Planeten gegenseitig mehrmals überholen, wenn sie gleichzeitig rückläufig sind. Solch ein Schauspiel findet sehr selten statt und lag dem Stern von Bethlehem im christlichen Mythos zu Grunde. Mit der Königstochter Europa zeugte Zeus/Jupiter den kretischen König Minos, der Namensgeber für eine der ältesten Europäischen Hochkulturen wurde. Im babylonischen Raum entspricht Planet Jupiter dem Gott Marduk bzw. dem Gott Baal, in nordischen Kulturen Thor. Der dem Jupiter geweihte Tag ist der Donnerstag, engl. thursday, ital. giovedì, franz. jeudi.

Zeus/Jupiter bärtig mit kurzem ärmellosen Gewand, in der rechten erhobenen Hand den Donnerkeil drohend haltend.
Bild: Zeus/Jupiter bärtig mit kurzem ärmellosen Gewand, in der rechten erhobenen Hand den Donnerkeil drohend haltend.