Der Einfluss von Weltbildern vergangener Kulturen auf die Errichtung der Anno Domini Zählung.



Neue Anhaltspunkte für eine Zeitpeilung der AD-Jahre durch Dionysius Exiguus, der basierend auf der Idee der ewigen Wiederkehr und frühen Kulten und mit Hilfe von astronomischen Parametern von Planetenperioden und Präzession eine Übereinstimmung mit Bibelprophezeiungen zu finden suchte.

Von Sepp Rothwangl, CALENdeRsign,
gehalten bei SEAC Konferrenz in Torun, CEP -244701

Abstrakt.
Ursprung und Gründe für die Erfindung der Anno-Domini-Zählung sind eine Mischung aus heidnischen Religionen, Welterklärungskonzepten des Altertums und apokalyptischer Teleologie des Mittelalters. Die aktuelle Ursache für die Erfindung von Anno Domini sollte das kalendarische Ende der Welt wegen des Auftretens von Anno Mundi 6000 vermeiden, weil durch dieses biblische siebentägige Weltzeitkonzept, der Jüngste bzw. Siebente Tag eintrat. Anno Domini wurde von Dionysius Exiguus in seinem "Liber de Paschate" vorgestellt, kam  durch Förderung von Beda in Gebrauch und zählte ursprünglich die Jahre seit der fiktiven Fleischwerdung (Empfängnis) Christi, dem Frühlings-Äquinoktium AD 1. Das AD Konzept beinhaltet den Gedanken der ewigen Wiederkehr während der Wiederkehr einer "Groß-Jahres Konjunktion“ aller klassischen Planeten. Es wurde angenommen, dass sich alle irdischen Ereignisse dadurch in gleicher Weise wiederholen. Im christlichen Weltbild ähnelt dieser Wiederkehr die Rückkehr des Herrn bzw. die Auferstehung der Toten am Jüngsten Tag. Die Apokalypse und Endzeit- Anspielungen in den Evangelien gaben Dionysius das Motiv, um eien Großjahrkonjunktion in der Zukunft zu berechnen, und nachdem er sie gefunden hatte, 2000 Jahre davor den Beginn von Anno Domini zu datieren. In Anspielung auf das christliche Frühlingssternbild-Symbol ICHTHYS verwendete Dionysius für seine Zeitpeilung die mittelalterliche Konstante der Präzession, d.h. 666 Jahre/10°, wodurch der Effekt eintrat, dass just im Mai 2000 eine seltene Konjunktion aller klassischen Planeten auftrat.



Soweit bekannt ist die Einrichtung der Anno-Domini-Zählung dem Skythischen Mönchsgelehrten Dionysius Exiguus bzw. Dionysius der Geringe zu verdanken. Er lebte vor etwa 1500 Jahren und war Autor der Collectio Dionysiana und der Kanone der Konzile und Synoden von Nizäa,  Konstantinopel Calcedon und Sardica. Gemäß Patrologia Latina erstellte er die AD Zählung, indem er eine neue Oster-Berechnung schuf, die er in seinem "Liber de Paschate" (Osterbuch) veröffentlichte. Darin erklärt er, dass das Ende des Oster-Zyklus von Cyril im Jahr 147 nach Diokletian der Grund war, einen neuen Oster-Zyklus im folgenden Jahr (532 AD) zu beginnen, welches aber nicht mehr an die Diokletian-Jahre, sondern an die Inkarnation bzw. Empfängnis Christi gebunden wird.
Die entscheidenden Wörter in Osterbuch lauten:
Weil St. Cyrill den ersten Zyklus im Jahr 153 des Diokletian begann und seinen letzten im Jahr 247 beendete, fangen wir im Jahr 248 desselben eher Tyrannen als Fürsten (bezeichneten) an, wollen aber unsere Kreise nicht mit dem Gedenken an einen gottlosen Verfolger verknüpfen, sondern haben eher gewählt, die Zeit der Jahre ab der Inkarnation unseres Herrn Jesu Christi fortzuschreiben, insofern als der Anfang der Hoffnung für uns mehr hervortrete und die Ursache der menschlichen Wiederherstellung, das heißt, dass das Leiden unseres Erlösers, augenscheinlicher hervorleuchte.

Soweit die offizielle christliche Version, die eher wie ein Vorwand scheint, um die eigentliche Absicht zu verstecken.
Weshalb nämlich Dionysius diese neue Jahreszählung einführte, und warum er offensichtlich ein anderes Datum als vorhergehende Historiker für das fiktive Jahr von Christi Geburt wählte, dafür gab er uns keinen Hinweis. Wenn wir aber näher die Umstände während seiner Lebenszeit beleuchten, finden wir einige bedeutende Anhaltspunkte.
Z.B. wir wissen von Dionysius dass er ein Zeitgenosse und Freund des Cassiodorus Senator war, der viele Werke der klassischen heidnischen Philosophen kopierte, um sie für die Zukunft zu sichern.
Dionysius selbst übersetzte einige Werke aus dem Griechischen ins Lateinische. Daher war er sicher sehr gelehrt und mit folgenden früheren kosmologischen und zeitlichen Konzepten seiner Zeit vertraut:

(A)
Die Lehre vom Großen Jahr ist unter vielen unterschiedlichen Namen bekannt,  wie Vollkommenes Jahr, Großes Jahr, Größtes Jahr, annus vertens, (Wende-Jahr) apokatastasis pantoon, (die ewige Wiederbringung aller Dinge), Platonisches Jahr, annus mundanus, (Weltjahr), usw. Die Idee dahinter ist, dass, nach einer bestimmten Periode, die durch die Himmelsbewegungen bestimmt wird, eine komplette Erneuerung sein würde und alles in der genau gleichen Weise  wie vorher sich wiederholen würde.
Die Diskussion um dieses Thema war sehr umstritten, wie die warnenden Wörter von Al-Biruni zeigen:
"Der einzige Grund dieses Thema zu studieren ist, um in der Lage zu sein, den vernünftigen Menschen davor zu warnen."

Im Abendland war vor etwa 25 Jahrhunderten Plato der Hauptdarsteller dieser Idee: Die berühmten Ausführungen des Timaios von Plato erklären das vollkommene Jahr als das Zusammenkommen zu einem gemeinsamen Ziel auf Grund der relativen Geschwindigkeiten der acht Umdrehungen, d.h. der sieben Planeten und des Bereichs der Fixsterne.

Der Weisheit und solcher Absicht Gottes bei Erzeugung der Zeit zufolge entstanden nun, damit die Zeit entstehe, Sonne und Mond und fünf andere Sterne, die den Namen Planeten führen, zur Begrenzung und Feststellung der die Zeit bezeichnenden Zahlen; nachdem aber der Gott für jeden von ihnen Körper gestaltet hatte, wies er den sieben die sieben Bahnen an,. (PLATO, Timaios 38c)

Sie wissen kaum, dass die Planeten unter diesen anderen die Zeit selbst darstellen, so verwirrend sie auch in Zahl und überraschend schwierigen Muster sind. Nichtsdestoweniger ist es möglich zu begreifen, dass die vollkommene Zahl der Zeit das vollkommene Jahr in dem Augenblick erfüllt, wenn die relativen Geschwindigkeiten aller acht Umdrehungen ihren gemeinsamen Lauf vervollständigt haben und ihre Erfüllung erreicht haben, wie durch den Kreis des Selben (des Himmelsäquator) gemessen wird, der sich gleichförmig bewegt. (PLATO, Timaios 39c-d)

Die enorme Anzahl von Autoren, die über die Lehre vom Großjahr schrieben, zeigt, dass diese Idee für zeitliche Orientierung die geläufigste und das mächtigste war. Einige dieser Autoren waren für die Vermischung des Konjunktions-Groß-Jahres mit der Präzession verantwortlich, die beide zugleich auch mit mythischer Schöpfung und Kosmologie verknüpft waren.

Jh. vor jetzt
25    Plato, Pythagoreans, Aristotle
24    Eudemos of Rhodes
23    Aratus, Chysippus, Zeno of Citium, Cleanthes
22    Dercyllides, Diogenes the Stoic
21    Alexander Polyhistor, Lucretius, Posidonios, Cicero (Dream of Scipio), Varro
20    Seneca, Pliny the Elder (Phoenix), Tacitus (on Phoenix), Flavius Josephus, Plutarch, Arius Dydimus,                        Heraclitus Stoicus (on Homer!), Verrius Flaccus, Vitruvius, Q. Fabius Laurentius Victorinus
19    Ptolemy, Aulus Gellius, Sextus Empiricus, Apuleius, Albinus (Alcinoos?),Galen, Abydenus, Adrastus,                       Pseudo-Plutarch, Aetius, Celsus, Sextus Empiricus, Sosigenes
18    Hippolytus of Rome, Clemens Alexandrinus  („the Greek deluge is a copy of Moses“), Minucius Felix,                         Censorinus,  Eusebius of Cesarea (Praep.,XV, 19,1) Solinus (Phoenix), Origen, Alexander of Aphrodisias
17    Firmicus Maternus, Arnobius, Porphyry
16    Nemesius, Calcidius, Proclus, Martianus Capella,  Augustine, Macrobius (Dream of Scipio), Servius
15    Simplicius, Joannes Philoponus, Aryabhta of Kusumpara, Lydus, Olympiodorus

Diese Liste der Autoren könnte bis heute fortgesetzt werden, aber wir beenden sie mit Francesco Picolomini, der als Erster zwischen dem Groß-Jahr der Konjunktion und der Präzession unterschied.


Jh. vor jetzt
13    Venerable Bede, Masha’ allah
12    Al Sufi (Azolphi), Abu Ma’shar (Albumasar)
11    Al Battani
10    Psellus, Ali ibn Ridwan (Haly Abenrudian), Al Zarqali (Arzarkel)
9       Robert Grosseteste, John of Toledo,  Abraham Ibn Ezra (Avenezra), Alexander Neckham, Gerard of                         Cremona, John of Sevilla, Hermann of Carinthia, Ibn Rushd (Averroes), Peter Lombard
8      Albert the Great, John of Sacrobosco (Holywood), Pietro d‘Abano, William of Auvergne, Johannes Duns                 Scotus, Alfonso X El Sabio of Castillia, Arnold of Villanova, Bartholomew the Englishman, Roger Bacon,                 Robert Grosseteste
7    Nicole Oresme (incommensurabilty), Pierre d’Ailly, Heinrich v. Langenstein Henry of Hesse), Marsilius of                 Inghen
6    Paul of Venice, Pico della Mirandola, Ficino, Jean Gerson
5    Johannes de Fundis, Bartholomaeus Amicus, Jerome Cardano, Francesco Picolomini

Die GJ-Lehre ist auch mit mythischer Theogonie und Kosmologie in Verbindung gestanden, wie uns der Stoiker Heraclitus erklärt, dass nämlich die Konjunktion aller Planeten eine Parallele im klassischen griechischen olympischen Symposion hat, welches wegen des himmlischen Tumultes nach der Erschaffung der Menschen durch den Titan Prometheus stattfand:

Einige Leute meinen, dass die Konjunktion der sieben Planeten in einem Sternzeichen diesen Worten von Homer entsprechen, und auch die Zerstörung der Welt, wann immer diese geschehen sollte. Er (Homer) spielt an Tumult des Universums an, wenn er Apollo, d.h. die Sonne und Artemis, die wir mit dem Mond, sowie die Sterne von Aphrodite, von Ares, von Hermes und von Zeus kennzeichnen, (zum Symposion) zusammenbringt. In dieser Art, um nicht unwissend zu erscheinen, müssen wir diese Allegorie eher wegen ihrer Überzeigungskraft als wegen ihrer Wahrheit akzeptieren.
(HERACLITUS STOICUS, Quaestiones homericae, 53)


Weite Verbreitung fand der Traum des Scipio von Cicero. Er benannte dieses Ereignis "annus vertens" und verknüpfte es zeitlich mit dem Tod des Romulus und mit einer Sonnenfinsternis. Später nannte Macrobius in seiner Version von Scipios Traum, das Große Jahr „annus mundanus“ oder „annus verus“, Weltjahr oder Wahres Jahr

Die Menschen messen nämlich gewöhnlich ein Jahr nur nach der Rückkehr der Sonne, also eines einzigen Sterns; wenn aber alle Sterne zum selben Punkt, von dem sie einmal aufbrachen, zurückkehren und die gleiche Figur des Gesamthimmels in langen Intervallen wiederholen, dann kann dies wahrlich ein "wendendes Jahr" genannt werden; ich wage kaum zu sagen, wie viele Menschenzeitalter darin enthalten sind. Denn - wie einst die Sonne den Menschen zu schwinden und zu erlöschen schien, als die Seele des Romulus in eben diese Tempel hier eindrang - wenn an derselben Stelle und zu derselben Zeit die Sonne wieder verschwindet, dann, indem alle Zeichen und Gestirne an ihren Anfang zurückkehren, siehe dies als Vollendung des wendenden Jahres an. Wisse aber, dass von diesem Jahr noch kein Zwanzigstel abgelaufen ist.
 (Marcus Tullius CICERO, Somnium Scipionis, De Rep. VI, 24)

Das Jahr aber, das "Weltenjahr" genannt wird, das wahrhaft "wendend" ist, weil es durch die Umwendung der vollen Gesamtheit bewirkt wird, wird durch sehr reichliche Jahrhunderte entfaltet; (...)
Das Ende des Weltenjahres kommt folglich, wenn alle Gestirne und alle Sterne, die nicht planetarisch sind, von einem bestimmten Ort zu eben demselben Ort so zurückgewandert sein werden, wobei nicht ein einziges Gestirn sich an einem anderen Ort befindet als an dem, an dem er sich befunden hat, als alle anderen von diesem Ort aus bewegt worden sind; indem sie dorthin zurückkehren geben bereiten sie ihrem eigenen "Jahr" das Ende, so dass die Lichter auch die fünf Planeten sich an eben denselben Orten und Teilen befinden, an denen sie zu Beginn des Weltenjahres gewesen sind. Dies aber geschieht, gemäß den Physikern, wenn fünfzehntausend Jahre abgelaufen sind.
(MACROBIUS, Somnium Scipionis 2.11.8-11)


Vor etwa 23 Jahrhunderten war der chaldäische Priester Berossos, ein orientalischer Exponent einer ähnlichen Idee. Er war Gründer einer Schule von Astrologie in Kos und erklärte, dass eine erdgeschichtliche Katastrophe entweder durch Feuer oder durch Wassers auftreten würde, wenn alle Planeten in den jeweiligen Winter- oder Sommerzeichen in Konjunktion treten.

Berossos, der Priester des Belus, behauptet sogar, dass der Lauf der Planeten die Zeit einer Feuerkatastrophe und einer Überflutung bestimme. Und zwar wird ein Brand auf der Erde wüten, wenn alle Planeten, die jetzt in verschiedenen Bahnen wandern, im Krebs zusammenkommen, indem sie an derselben Stelle (des Himmels) stehen, so dass eine gerade Linie durch alle ihre Standorte hindurchgehen kann; eine Überflutung aber steht bevor, wenn die Schar derselben Planeten im Steinbock zusammenkommt.
(SENECA, Questiones naturales III 29.1)

Das Hauptwerk von Berossos, die Babyloniaka, beeinflusste auch eine Menge Schriften in den folgenden Jahrhunderten bis Dionysius.

Zirkulation der Babyloniaka durch die Jahrhunderte (nach P. SCHNABEL)

Jh. zuvor
23    Berossos
22    Posidonios, Alexander Polyhistor, Juba,
21    Diodourus Alexandrinus, Ps.Epikurus, Lucretius, Vetusta Placita, Varro, Dydimus, Hyginus, Vitruvius,                         Eudoros Diodorus Siculus,
20    Papirius, Fabianus, Polyhistor interpolatus, Seneca, Plinius, Josephus, Pamphilius
19    Aetios, Ps. Plutarchos, Theophilos Tatianos, Diogenaios, Ailianos
18    Kleomedes, Censorinus, Abydenos, Hippolytos, Africanus, Clemens Alexandrinus, Athenios
17    Anonym. Aratum isagoga, Eusebios, Augustinus, Eusebios, Hesychios
16    Stobaios, Isodoros, Kyrillos, Panodoros, Helladios
15    Palchos, Versio latina barbara, Scholastica Germanici, Verso Armeniaca, Synkellos, Agathias, Photios


Wir finden die Lehre der Ewigen Wiederbringung auch bei christlichen Verfassern, von denen Origenes, Augustinus und Clemens Alexandrinus nur drei von vielen sind, die es widersprüchlich diskutieren. In der "Stadt Gottes" von Augustinus und in „Contra Celsum“ von Origenes vergleichen beide das Große Jahr mit einer Stelle in Salomons Ecclesiastes 1,9:
"Über die periodische Abfolge der Zeitalter, die an einem bestimmten Moment vollständig sind, so dass das Universum, wie gewisse Philosophen glaubten, immer zum gleichen Muster und zur gleichen Erscheinung zurückkommt“.
... In der Tat schoben bestimmte Leute sogar, um ihre Theorie der Ewigen Wiederbringung und der universellen Wiederherstellung zu unterstützen, ein Zitat vor, das im Buch von Solomon auftritt, genannt Ekklesiastes (I, 9-10): Was gewesen, dasselbe wird wieder sein, und was geschehen, wird wieder geschehen: Nichts Neues gibt es unter der Sonne. Sagt man von etwas: „Sieh das ist neu!“, so war es schon längst in den Zeitaltern, die vor uns gewesen.
... von dieser zyklischen Theorie... unterrichtete der Philosoph Plato seine Schüler in der Stadt Athen in der Schule, die Akademie genannt wurde, dass während unzähliger vergangener Zeitalter in den sehr langen aber dennoch bestimmten Intervallen, der gleiche Plato, die gleiche Stadt und die gleiche Schule mit den gleichen Schülern immer wieder existiert hatte, und auch während des unzähligen zukünftigen Zeitalters immer wieder existieren werde. Der Himmel, verbietet wiederhole ich, dass wir dem glauben sollten. Denn Christus ist nur einmal gestorben für unsere Sünden...
(AUGUSTINUS, De Civitate Dei contra paganos, XII, 14)

Auch Clemens erwähnt das große Jahr, Plato und das Reinigung der Erde durch Feuer und Wasser auf Grund der Umdrehung der himmlischen Körper in großen Zeitabständen. Er beschuldigt die griechischen Philosophen sogar, die Lehre der Flut von der Genesis des Buches Moses gestohlen zu haben.
(Die Pythagoräer) zählen die Fixsternsphäre zusätzlich zu den sieben Planetensphären, durch welches das Große Jahr erzeugt wird, als eine Art von Vergeltung von dem, was versprochen worden ist.
(CLEMENS ALEXANDRINUS, Stromateis, VI, 16, 140)

Plato behauptet auch auf ähnliche Weise, dass die Erde zu bestimmten Zeiten durch Feuer und Wasser gereinigt wird: "es hat viele Zerstörungen, ... die größten durch Feuer und Wasser gegeben". .dann, sagt (Plato) über die Flut: "aber, wenn die Götter die Erde reinigen, indem sie sie überschwemmen, werden die Rinderhirten und Schäfer in den Bergen gesichert sein, während die Bewohner unserer Städte durch die Flüsse ins Meer weggeschwemmt werden. Ich habe im ersten Stromata gezeigt, dass die griechischen Philosophen es verdienen Diebe genannt zu werden, denn sie haben ihre Hauptlehren von Moses und von deren Propheten, ohne irgendeine Danksagung übernommen.
(CLEMENS ALEXANDRINUS, Stromateis, V, 1, 9-10)

(B)
Die nächste Idee, die Dionysius Exiguus und seine  Anno Domini Jahre  beeinflusste, war die Präzession und der Wert ihrer Geschwindigkeit.

Es gibt ziemlich frühe Zeugnisse der Präzessionsrate. Zu Beginn schien ihr Wert weniger auf eine zutreffende Berechnung, sondern mehr eine Schätzung und Rundung zu sein. Ptolemäus könnte es besser gewusst haben, dennoch überlieferte er die Rate von 3000 Jahren pro 30° bzw 100J/1°. Es ist zu beachten dass ungefähr seit etwa 1300 Jahren mit Sicherheit orientalische Daten einer Präzessionsrate von 66 Jahren pro 1° Verwendung fanden. Dies entspricht in 2000 Jahren einem Fortschreiten von 30°, bzw. in 666 Jahren der Länge von 10° oder eines Dekans.

Frühe Präzessionswerte
Jh. vor jetzt
24     Kidinnu (Kidenas) ca. 50-60J/1° ?
        Aristarchos  100J/1° ?
22     Hipparchos 100J/1°
20    Menelaos 100y/1°
19    Ptolemäus 100J/1° (72J/1°?)
17    Theon von Alexandria:Trepidation (schwankende Rate, 66J/1°?)
15    Zij-i Shah (66J/1°?)
12    "Tabulae  probatae" oder "az-Zig al-mumtan“, 66J/1°; Al-Battani (Albategnius), al-Sufi (Azophi), 66J/1°
11    Al Biruni, al Canon al Masud, 66J/1°,  Ibn Yunus, 70J/1°
10    Arabischer Fixsternkatalog, 66J/1°, Zarqali (Arzarkel) und Thabit ibn Qurra (Thebit Chore):Trepidation
8     "Libros del Saber" von Alfons von Kastillen, 66J/1°, Guo Shoujing (Shou Shi Kalender) der Yuan Dynastie,             66,66J/1°


Die Präzession, oder besser der Wechsel des jeweiligen Äquinoktialsternbilds hinterließ seine Spur auch in der Poesie, für die Vergils Vierte Ecloge berühmt ist.

Jetzt ist das jüngste Zeitalter gekommen, von dem die Sybille von Cumae sang;
die große regelmäßige Reihe von Jahrhunderten fängt von neuem an;
schon kehrt auch die Jungfrau zurück, kehren zurück die Saturnischen Reiche;
Schon wird in neuer Sprössling entsandt von den hohen Himmeln herab.
Möge mit dem nun zur Welt kommenden Jüngling, mit dem das eiserne Geschlecht eingehen wird, eine goldene Rasse in aller Welt wiederauferstehen...
(PUBLIUS VERGILIUS MARO, Ecloga 4)

Vergil besingt in der Rückkehr der Jungfrau die Verschiebung durch die Präzession, wodurch dieses Sternbild wieder zurück in die Region südlich des Himmelsäquators  wanderte. Im Astromythos der Jungfrau wurde Persephone einst von Hades in die Unterwelt entführt. Durch die Präzession gelangte nun die Jungfrau wieder in die Oberwelt, d.h. sie verlässt wieder die Unterwelt, in die einst auch Saturn verdammt wurde. Erinnern Sie sich, dass Hipparchos und Ptolemäus, den Wert der Präzession mit Hilfe des Hauptsterns der Jungfrau, Spika, beobachteten und berechneten. Der griechische Name dieses Sternes ist Era, die Weizen-Ähre, wovon sich die zeitliche Bezeichnung "Ära" ableitet.

Spuren der Präzession finden sich auch in christlichen Wortschöpfungen, wo ICHTHYS das lateinisierte griechische Wort für Fische das erste Akrostichon für Jesus Christ wurde:
Iesous CHristos Theou HYios Soter
(Jesus Christ, Sohn des Gottes, Retter)

ICHTHYS spielt auf das damals neue Frühlingssternbild Fische an und ist noch immer in den Petroglyphen der römischen Katakomben von Callisto zu finden.

    Petroglyphen der römischen Katakomben von Callisto
Petroglyphen der römischen Katakomben von Callisto

Gläubige in diesen mystischen Ichthys wurden selbst zu "Fische-Agern" entsprechend einer Passage von Tertullian:
... wir, kleine Fische, nach dem Bild unseres ICHTHYS, werden im Wasser geboren. (TERTULLIAN, De Baptismo, c. 1)


Wie Al Biruni warnte, gab es eine ziemliche Verwirrung über dieses Große Jahr, daher soll ein Versuch konkretere Definitionen finden.



(D)
Das Frühe Christentum vereinnahmte auch heidnische Mythologie wie den Phönix, von dessen Kult viele frühe Historiker berichten. Die Geschichte dieses mythischen Vogels ist kurz folgende: Im Frühling fliegt der Phönix aus dem Osten zu einem Altar in Heliopolis und setzt sich dort selbst in Brand. Am folgenden Tag liegt in der Asche ein kleiner Wurm, am Tag darauf hat er die Größe eines kleinen Huhns, und am dritten Tag ist der Vogel reif genug, um wieder zurück nach Hause zu fliegen. Die Perioden der Wiederkehr dieses Frühlings-Vogels, lassen dahinter einen lunisolaren Kalender mit einer Sieben-Tagewoche und einem 4 Jahres-Schaltregel vermuten, der eine Periode mit 532 Jahren hat, wie sie Dionysius verwendete.

Phönix, Neuberg
Phönix, mittelalterliche Sandsteinskulptur, Neuberg

Es gibt noch einen anderen heiligen Vogel mit Namen Phönix. Ich habe ihn nicht selbst gesehen, nur einen solchen im Bild, und er kommt auch selten zu Besuch, wie die Leute der Sonnenstadt Heliopolis sagen, nur alle fünfhundert Jahre. Er kommt nur dann, wie man sagt, wenn sein Vater gestorben ist.
(HERODOT, Historiae 2.73)  

Dass dieses Tier dem Sonnengott heilig ist, und durch seinen Schnabel und die Zeichnung seiner Federn von den anderen Vögeln verschieden, darin stimmen diejenigen überein, die seine Gestalt nachgebildet haben. Über die Zahl der Jahre seiner Wiederkehr wird verschiedenes überliefert: Am meisten verbreitet ist eine Zeitspanne von 500 Jahren. Einige versichern, daß 1461 Jahre dazwischenlägen ...
(TACITUS, Annales 6.28)


All die führen indes auf andre zurück ihren Ursprung. Einen Vogel gibt es, der selbst sich erzeugt und erneuert. Phoenix nennt der Assyrier ihn. Er lebt nicht von Frucht und Kräutern, sondern von Zähren des Weihrauchs, vom Saft des Amomum. Hat seines Lebens fünf Jahrhunderte dieser erfüllt, dann baut er sich selbst mit den Klaun und dem reinen Schnabel ein Nest im Eichengezweig oder auch im Wipfel der schwankenden Palme. Hat er Casia dort und die Ähren der schmiegsamen Narde, gelbliche Myrrhe dazu und gestoßenen Zimt unterbreitet, bettet er selbst sich darauf und endet in Düften sein Leben. Hier, so sagt man, entsteht aus dem Leibe des Vaters ein kleiner Phoenix, dem ebensoviel an Jahren zu leben bestimmt ist.
(PUBLIUS OVIDIUS NASO: Metamorphôseôn liber XV, 395-405)

Von den Vogelgestalten ist vornehmlich die Phoenix zu erwähnen, die nur eine einzige ist. Sie wird nämlich nicht durch Paarung empfangen noch durch Geburt hervorgebracht, sondern wenn sie ununterbrochen ein Alter von 500 Jahren durchlebt hat, legt sie sich auf einen für sie selbst aus verschiedenen Duftstoffen errichteten Scheiterhaufen  und löst sich vom Leib ... und wird von sich wieder neugeboren.
(POMPONIUS MELA, De Chorographia 3.83 f)


Es ist ein Vogel in Indien, Phönix genannt. Nach fünfhundert Jahren fliegt er in die Wälder des Libanon und füllt seine Schwingen mit aromatischen Essenzen und zeigt sich dem Priester von Heliopolis im neuen Monat, im Nisan oder Adar, das heißt im Phamenoth oder Pharmuti. Der Priester, dem er sich gezeigt hat, kommt und füllt den Altar mit Holz von Weinstöcken an. Der Vogel aber fliegt nach Heliopolis, beladen mit den aromatischen Essenzen, und steigt auf den Altar und entzündet für sich das Feuer und verbrennt sich selbst.Am folgenden Tag, wenn der Priester den Altar durchsucht, findet er einen Wurm in der Asche. Am zweiten Tag findet er ihn als Küken eines Vogels, und am dritten Tag findet er ihn als ausgewachsenen Vogel vor, und dieser verabschiedet sich vom Priester und reist zu seinem Heimatort.
 (PHYSIOLOGUS, 7. Über den Vogel Phoenix)

Im 10. Buch der Weltgeschichte von Plinius dem Älteren, übersetzt vor 400 Jahren von Philemon Holland, findet sich eine Kombination eines Großjahreskonjunktion und der Phönix Periode, die hier 660 Jahre lang ist, und Manilius zugeschrieben wird. Die Phönix-Periode darin stimmt mit der orientalischen Rate von Präzession überein.

Aethiopier und Inder berichten von höchst verschiedenfarbigen und unbeschreiblichen Vögeln, vor allem aber vom edlen Phoenix in Arabien, ich weiß nicht ob nur im Märchen, daß er einzig sei auf dem ganzen Erdenrund und ungesehen, trotz großer Bemühung Man sagt, er habe die Größe eines Adlers, den Glanz von Gold um seinen Hals, er sei ansonsten purpurn, er habe rosige Federn, die einen bläulichen Schwanz durchsetzten, Kammauswüchse, einen flaumigen Scheitel, der die Kehlen und den Kopf auszeichne. Als erster Römer hat Manilius ausführlich und sorgfältig von ihm berichtet, jener Senator, geadelt mit unerhörten Lehren, von keinem Lehrer übertroffen: dass es keinen gegeben habe, der ihn je fressen gesehen habe, dass er in Arabien dem Sonnengott heilig sei, dass er 660 Jahre lebe und, wenn er alt werde, sich ein Nest aus Schösslingen von Zimt und Weihrauch baue, mit Düften erfülle und darüber hinsterbe. Aus den Gebeinen dann und aus seinen Eingeweiden werde zuerst so etwas wie ein Würmchen geboren, daraus werde ein Küken, und dieses gebe seinem früheren Ursprung die ihm gebührende Bestattung und trage das ganze Nest in der Nähe der Insel Panchaia in die Sonnenstadt, und lege es dort auf dem Altar nieder. Dass mit dem Leben dieses Vogels sich der Umlauf eines Weltenjahres vollende, berichtet ebenderselbe Manilius, und dass die Zeichensetzungen der Zeiten und Gestirne in gleicher Weise wiederkehren, dies aber gegen Mittag beginne an dem Tag, an dem die Sonne wieder in das Widderzeichen eintritt, ...
(Philemon Holland, Übersetzer (1601): C. PLINIUS SECUNDUS, The History of the World. Book X. (Pages 270-309)

Wenn wir uns mit dem Zyklus der Wiedergeburt befassen, müssen wir uns an Pythagoras erinnern, von dem gesagt wird, er habe an einen bisher unerklärlichen Zyklus der Wiedergeburt von 216 Jahren geglaubt.

Pythagoras sagt... dass alle Dinge, die einmal geschahen, nach bestimmten Perioden wieder geschehen und dass es nichts wirklich Neues gibt.
(PORPHYRIOS, Vita Pyth. 19, Nauck P. 26)

Die Pythagoräer... haben es weit gebracht in der Wissenschaft der Mathematik und dachten, dass alle Dinge Zahlen sind, und dass der ganze Kosmos aus Skalen und Zahlen besteht.
(ARISTOTELES, Über den Himmel III, Metaphysik XIII)


Frei ist die Seele vom Tod, und verließ sie die frühere Stätte, wohnt und lebet sie fort im anderen Hause geborgen. Mir ist bewusst noch jetzt: Zur Zeit des Trojanischen Krieges war ich Panthous Sohn Euphorbus, welchem gehaftet vorn in der Brust der gewichtige Speer vom zweiten Atriden. Unlängst hab' ich erkannt im abantischen Argos in Junos Tempel den nämlichen Schild, den unsere Linke getragen. Alles verändert sich nur, nichts stirbt.
(PUBLIUS OVIDIUSNASO: Metamorphôseôn liber XV, Pythagoras 160)

Pythagoras glaubte an einen Zyklus der Wiedergeburt von 216 Jahren. (NICOMACHOS, Ethik)

Wenn wir den Metonischen Zyklus betrachten, finden wir einen Anhaltspunkt, der Pythagoras zu dieser rätselhaften Zahl geführt haben könnte.

Im Metonischen Zyklus ergibt sich nach jeweils 19 Jahren ein durchschnittlicher Abstand von ungefähr 2 Stunden zwischen den jeweiligen Positionen der Sonne und Mond. Er zeigt, um wie viel 19 tropische Jahre kürzer sind als 235 synodische Monate. Eine einfache Berechnung weist nach, dass dieser Abstand sich nach genau 216 Jahren auf einen voller Tag aufsummiert.

235 * 29,530594 = 6939,68959 Tage
19 * 365,24219   = 6939,60161 Tage
Differenz               0,08798 Tage (2 h, 6 min, 41 sec)

235 ÷ 0,08798  =  2671,06 synodische Monate
19 ÷  0,08798 =  215,958 ≈ 216 Jahre

In bildhafter Weise könnte man sich vorstellen, dass sich während dieses Zeitraums zwischen Sonne und Mond ein voller Tag schiebt, gleichsam neu geboren wird. Dieser Abstand von einem Tag nach 216 Jahren erklärt auch, warum alle etwa 500 oder 600 Jahre der Phönix für seine komplette Wiedergeburt bis zum dritten Tag in Heliopolis weilt. Hinter dem Phönix-Mythos steht ein Kalenderkult von Priestern, die versuchten, auf Basis  des  19-jährigen Metonischen Zyklus Ordnung in einen Lunisolarkalender mit ihrer Mythologie zu bringen. Nach 532 Jahren beginnt nämlich im Julianischen Kalender ein neuer Zyklus, in dem sich der Metonische, der Schalt- und der Wochentagszyklus wiederholen. (19*7*4 = 532). Alle 19 Jahre wiederholt sich nämlich fast genau dieselbe Mondphase am selben solaren Jahrestag. Nach weiteren 7 mal 4 dieser Zyklen würde sie sich also sogar am selben Wochentag wiederholen. Die entsprechenden Sonnen- und Mondstände sind aber inzwischen um etwa zweieinhalb Tage auseinander gelaufen, d.h. für ein entsprechendes Frühlingsmondfest, muss ein neuer Zyklus erstellt werden.

(E)
Großen Einfluss auf die Anno Domini Jahre hatte freilich auch die Bibel und ihre Deutung. Der versprochenen Wiederkehr von Jesus zur Endzeit galt das Hauptaugenmerk. Das Meiste darüber finden wir in der Apokalypse des Johannes von Patmos, welche ihre Geheimnisse in ziemlich verschlüsselter Weise offenbart.
Franz Boll, der sich mit dem astronomischen Inhalt der Offenbarung beschäftigte, zeigte, dass die Menschheit schon immer die Sterne benutzt hat, um die Zeit zu messen und dass die Apokalypse von Sternsagen handelt.

Nach dem Lauf der Sterne messen die Menschen den Lauf der Zeit. Für Unkundige, deren Kenntnisstand nicht auf Wissen, sondern auf Glauben beruht, entsteht daraus sehr schnell der Satz: "Der Lauf der Sterne bestimmt die Zeit!" Worauf für Religiöse sich ableitet: "Der Himmel lenkt alles Irdische."
(FRANZ BOLL, Sphaera. Neue Griechische Texte und Untersuchungen zur Geschichte der Sternbilder. Leipzig 1903.)

Es ist nach so manchen bisher gefundenen Parallelen der apokalyptischen  Vorstellungswelt mit der der astrologischen Texte nicht anders zu erwarten, als dass in der Apokalypse der GESTIRNTE HIMMEL und seine Gestalten eine besondere Bedeutung haben müssen.
(FRANZ BOLL, Aus der Offenbarung Johannis.Hellenistische Studien zum Weltbild der Apokalypse. Berlin, 1914. S 30.)

Schon am Beginn der Offenbarung findet sich einen Hinweis für ihre Entschlüsselung. Bereits die Einleitung stellt eine Anspielung auf die sieben Planeten dar, weil sie die sieben Sterne ausdrücklich mit dem Geistern bzw. den Engeln der angesprochenen sieben Gemeinden von Kleinasien gleichsetzt. Diese sind einfach als Artemis von Ephesus zu erkennen, wo im Altertum Hauptheiligtum der Mondgöttin war; - oder als Zeus mit seinem berühmten Altar in Pergamon, der den Planeten Jupiter darstellt, und so weiter.
Sie sprach: schreib in ein Buch, was du siehst, und schick es an die sieben Gemeinden: nach Ephesus, nach Smyrna, nach Pergamon, nach Thyatira, nach Sardes, nach Philadelphia und nach Laodizea.... (Offb1,9)

Das Geheimnis der sieben Sterne, ...bedeutet dies: Die sieben Sterne sind die Engel der sieben Gemeinden, und die sieben Leuchter sind die sieben Gemeinden.
(Offb 1,20)

Eine ausführliche Version meiner sternkundlichen Deutung der astronomischen und astrologischen Inhalte der Offenbarung finden Sie auf der Webseite <http://www.calendersign.com/de/pr_sterne_der_offenbarung.php>

Hier eine kurz Einführung: Vorerst schildert der Seher in seiner Vision die Sternbilder, die er seinerzeit am signifikantesten Moment des Jahres sehen konnte: Dies ist der Augenblick vor Sonnenaufgang am Morgen des Frühlingsäquinoktiums. Dort beschreibt er Jungfrau, Leier, Nördliche Krone, Pegasus, die Milchstraße und so weiter.

Das Firmament vor der Morgendämmerung des Frühlingsäquinoktiums vor 2000 Jahren
Das Firmament vor der Morgendämmerung zum Frühlingsäquinoktium vor 2000 Jahren

Nach der Öffnung des Siebten Siegels wirft der End-Zeit-Seher ein Blick auf den zukünftigen Morgenhimmel des Frühlingstages, aber 2000 Jahre später. Jetzt ist ein neues Sternbild am dem westlichen Horizont wegen der Präzession emporgestiegen. In der alten mythisch religiösen  Sprache tritt der LÖWE mit einem Fuß aus dem Meer heraus. Dieses mythische "Heraussteigen aus dem Meer" steht für "Aufgehen eines Sterns", und es ist leicht auch durch sein Gegenteil zu erfassen, nämlich, wenn ein Stern untergeht, was " im Meer baden" genannt wurde. Deshalb zum Beispiel konnte Callisto, die zirkumpolare Große Bärin, nach ihrer Verurteilung in die polare Region niemals mehr ein Bad im Meer nehmen, da sie als polares Sternbild nie untergeht.

Und ich sah: Ein anderer Engel kam aus dem Himmel herab; er war in einer Wolke umhüllt, und der Regenbogen war über seinem Haupt. Sein Gesicht glich der Sonne und seine Füße glichen Feuersäulen. In seiner Hand hielt er kleines Buch das aufgeschlagen war. Er setzte seinen rechten Fuß auf das Meer, den linken auf das Land und schrie mit lauter Stimme, wie ein Löwe brüllt...(Offb 10,2)

 Blick zum jetzigen westlichen Horizont vor Sonnenaufgang am Tag des Frühlingsäquinoktiums.
Blick zum jetzigen westlichen Horizont vor Sonnenaufgang am Tag des Frühlingsäquinoktiums.

Dieselbe Himmelsituation wird in der Apokalypse am östlichen Horizont beschrieben, wo, nachdem die Fische untergegangen sind, ein anderes Sternbild wegen der Präzession nun diesen Platz einnimmt: Der Engel, der seine Schalen ausgießt, stellt den Wassermann dar.

Und es ging der erste und goss seine Schale auf das Land aus ... der zweite goss seine Schale auf das Meer aus ...und ich hörte den Engel der Gewässer sagen ... usw. (Offb. 16).

 Blick zum jetzigen östlichen Horizont vor Sonnenaufgang am Tag des Frühlingsäquinoktiums
Blick zum jetzigen östlichen Horizont vor Sonnenaufgang am Tag des Frühlingsäquinoktiums.

Am Schluss eröffnet die Apokalypse die Zahl des Tieres. Sie kann als nichts anderes, als die Zahl des Zodiak, wörtlich des Tier-Kreises, gedeutet werden. Schließlich stellt 666 auch die mittelalterliche Rate der Präzession dar: Die Rate pro Dekan bzw. die Periode des Phoenix von Plinius.

Hier ist Weisheit! Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres; denn es ist die Zahl eines Menschen, und seine Zahl ist sechshundertundsechsundsechzig.
(Offb 13,18).

666 J/10°(Dekan) = 2000J/30° bzw. pro Zeichen, die mittelalterliche Rate der Präzession bzw. die Periode des Phönix (Plinius)

Auf einem losen Blatt des 1200 Jahre alten Kodex Basiliensis von Germanicus über die Phainomena von Aratos findet sich eine Abbildung, die eine Bestätigung liefert, dass dieses Tier wirklich das zukünftige Äquinoktialsternbild bedeutet. Gegenüber vom Löwen, an der Position, wo der Wassermann sein sollte, ist das einem Panther ähnliche Tier, allerdings mit Hörnern zu sehen.


 Himmelskarte nach Aratos mit Tier
Kodex Basiliensis Ms. AN IV 18
Zwischen Fischen und Steinbock an der üblichen Position des Wassermann ist dieses gehörnte Tier, das genau dem apokalyptische Tier entspricht.

Die Apokalypse beschreibt sogar eine Himmelssituation, die eine Konjunktion aller Planeten widerspiegelt. Während eines solchen Falles entsteht nämlich der scheinende Eindruck, dass die Sonne der einzig sichtbare Himmelskörper über uns ist, weil ihre Strahlen alle übrigen Planeten verbergen. Ein mittelalterliches geozentrisches Modell zeigt solch eine Situation.

Als König haben sie über sich den Engel des Abgrundes; er heißt auf hebräisch Abbadon, auf griechisch Apollyon. (Offb 9,1)


Auch das Evangelium beschreibt in bildhafter Weise eine Zusammenkunft von Sonne, Mond und den fünf übrigen Planeten. Das Mathäus-Evangelium stellt eine christliche Endzeit-Parabel vor, die mit den Worten endet: Niemand kennt die Stunde und den Tag. Es erzählt von einer Vermählung, in der die Brautjungfrauen den Bräutigam erwarten. In der Parabel symbolisiert die Hochzeit das Zusammentreffen von Sonne und Mond. Die jweils fünf Lampen der Jungfrauen symbolisieren hier ähnlich wie die Lampen in der Apokalypse, die fünf Planeten (ohne Sonne und Mond), die ebenfalls bei der Zusammenkunft anwesend sein können oder nicht, in der Symbolsprache, wach sein oder sie verschlafen können.

Dann wird das Himmelreich gleichen zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen hinaus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf von ihnen waren töricht, und fünf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen kein Öl mit. Die klugen aber nahmen Öl mit in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen. Als nun der Bräutigam lange ausblieb, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein. Um Mitternacht aber erhob sich lautes Rufen: Siehe, der Bräutigam kommt! Geht hinaus, ihm entgegen! Da standen diese Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen fertig. Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsre Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen und sprachen: Nein, sonst würde es für uns und euch nicht genug sein; geht aber zum Kaufmann und kauft für euch selbst. Und als sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Tür wurde verschlossen. Später kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, tu uns auf! Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Darum wachet! Denn ihr wisst weder Tag noch Stunde. (Mt 25, 1-13)

Soweit die Einflüsse der früheren Weltanschauungen und der Bibel auf Dionysius. Zu seinen Lebzeiten geschahen auch weitere wesentliche Vorfälle:
Anno Mundi 6000 trat ein, eine Weltenjahrzählung, die etwa 300 Jahre vor Dionysius in der ersten christlichen Chronik erfunden wurde und von Julius Sextus Africanus verfasst worden war. Das zeitliches Gerüst von Anno Mundi war vollständig nach der siebentägigen Schöpfungswoche der Genesis konzipiert. Innerhalb von sechs Tagen, von denen jeder Tag 1000 Jahren entsprach, sollte die gesamte Geschichte der Menschheit stattfinden. Danach ist der siebente Tag für Gott reserviert.

Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache. (Psalm 90:4)

Eins aber sei euch nicht verborgen, ihr Lieben, dass ein Tag vor dem Herrn wie tausend Jahre ist und tausend Jahre wie ein Tag. ( 2. Petrusbrief 3:8)

Ähnliche Worte finden sich im Koran, Sure 22 und 32:
Wahrlich ein Tag im Angesicht des Herrn ist wie 1000 Jahre in eurer Wahrnehmung.

Durch den Einfluss eines Matthäuskommentars von Origenes, der nur einen einzigen Tag als Zeitrahmen für die ganze Menschheitsgeschichte vorsah und die Ankunft von Christus auf die 11. von 12 Stunden festlegte, datierte Africanus folglich Christi Geburt auf AM 5500.

In der ersten Hälfte des dritten Jahrhunderts schreibend verwendete Origenes in seinem  Matthäus-Kommentar diese Analogie um die ganze biblische Geschichte mit Hilfe der 12 Stunden eines einzigen Tages in Zeitalter einzuteilen. Dem  gemäß setzte er Noah auf die Dritte Stunde, Abraham auf die Sechste, Moses auf die Neunte und schließlich Christus auf die Elfte Stunde. (Declercq, 2000)

Auch eine Passage des zweiten Johannesbriefs entspricht dieser Vorstellung:
Kinder, es ist die letzte Stunde! Und wie ihr gehört habt, dass der Antichrist kommt, so sind nun schon viele Antichristen gekommen; daran erkennen wir, dass es die letzte Stunde ist. (1. Joh 2:18)

Berechnung der Geburt Christi in Anno Mundi:
6000: 12 * 11 = 5500.

Daher kam es während der Lebenszeit von Dionysius zum Auftreten des fatalen Anno Mundi 6000, das von Hilarianus und anderen als Jüngster Tag und Auferstehung der Toten vorangekündigt wurde.

Am Übergang vom 4. zum 5. Jh., d.h. genauer zum Zeitpunkt, als die barbarischen Invasionen apokalyptische Ängste aufkommen ließen, schrieb der Afrikanische Bischof Julius Hilarianus z.B. eine Abhandlung über die "Dauer der Welt", in der er 5530 Jahre seit der Schöpfung bis zur Kreuzigung Christi, und 369 Jahre von dort bis zum Konsulat von Caesarius und Atticis (397 CE), rechnete; damit verblieben, so schloss er, bis zur Auferstehung der Toten noch 101 Jahre.
(DECLERCQ, 2000)

Um diesen kalendarisch verursachten Jüngsten Tag zu verhindern und um damit den Glauben an die Kirche aufrecht zu erhalten, wurden einige Versuche gemacht:
Erstens, das Datum von AM 6000 in die Vergangenheit verschieben, wie es Malalas machte, indem er auf AM 6000 die Kreuzigung Christi verlegte, mit der sicher für die Kirche unangenehmen Konsequenz, das damit der Siebente Tag bereits angefangen hatte.
Oder zweitens, den Jüngsten Tag um etwa 300 Jahre in die Zukunft verschieben, wie dies durch Eusebius mit der Konsequenz erfolgte, dass das fatale Weltenjahr 6000 zur Zeit von Beda auftrat, der es dann wieder um etwa 1200 Jahre in die Zukunft verlegte. Daher droht Bedas AM 6000 mit einem Jüngsten Tag in ungefähr 38 Jahren.

Die dritte Lösung war die Version von Dionysius mit seiner neuen AD Chronologie.

Doch es geschah noch ein zweites Ereignis im Leben des Dionysius: Eine Ansammlungen der klassischen Planeten.
Es gibt einen schriftlichen Bericht eines Zeitgenossen von Dionysius, Philoponus, dass im 245. Jahr nach Diokletian, alle Planeten innerhalb des Zeichen Stiers standen, was mit modernen Computerprogrammen verifiziert werden und auf Mai 529 AD datiert werden kann. Eine noch engere und eindrucksvollere Ansammlung der Planeten trat nur 2 Jahre später, im Juni 531 AD auf.

Um der Klarheit willen haben wir angenommen, dass alle (Planeten) diese Periode vom gleichen Zeichen begonnen haben, denn es ist notwendig, dass dieses so geschah ist und geschehen wird, mehr noch sogar für die, welche annehmen, dass die Welt ewig ist. Und in der Tat, während wir jetzt im 245. Jahr von Diokletian sind, stehen die sieben Planeten zum gleichen Zeichen des Stiers, wenngleich sie zwar nicht alle zum gleichen Grad zurück gekommen sind, sind sie doch wahrscheinlich zum gleichen Zeichen zurückzukommen.
(PHILOPONUS, De aeternitate mundi contra Proclum XVI,4)

Sternkarte 1-Juni-531, CEP 783007
531-6-1; CEP -783007

Diese eindrucksvolle klassische Konjunktion war die Basis für einen Zeitgenossen von Dionysius, der nach einer ähnlichen Konjunktion in der Vergangenheit suchte: Der Inder Aryabhata von Kusumpara, datierte den Anfang des indischen Zeitalters, das Kali Yuga auf 3102 BCE, als es ebenfalls eine nahe Ansammlung der klassichen  Planeten gab. Ungefähr 300 Jahre später datierte der Bagdader Gelehrte Abu Mashar die Flut auf genau das gleiche Datum.
Dionysius aber, schaute nicht rückwärts, nicht zum Anfang wie sein Zeitgenosse Aryabhata oder der spätere Abu Mashar, sondern in Richtung Zukunft, zum Jüngsten Tag. Er errechnete, wann zukünftig solch eine Platonische bzw. Großjahreskonjunktion auftreten würde, um ein Datum für die erwartete Rückkehr von Christus zu finden.

Dass dies wirklich auch schon Teil des frühen christlichen Gedankenguts war, lässt sich an Hand einer Passage des Neoplatonisten Nemesius nachweisen. Es erklärt, dass, wenn die Planeten zum gleichen Zeichen wie am Anfang zurückkommen, die Welt von neuem wiederhergestellt würde und dass die Christen sich die Auferstehung durch diese Art der Wiederherstellung vorstellen.

...der Weltenbrand und die Zerstörung alles Seins wird, nach feststehenden Zeitperioden, durch die Planeten verursacht, wenn sie, in Länge und in Breite, zum gleichen Zeichen zurückkommen, in dem ein jeder von ihnen am Anfang war, als die Welt zuerst geformt wurde. Dann von Anfang an wird die Welt von neuem wiederhergestellt. Da die Sterne ähnlich zurück gebracht werden, wird alles, was in der vorhergehenden Periode auftrat, ohne irgendeine Änderung wiederhergestellt. Es gibt wieder Socrates und Plato und jeden Mann, mit seinem Freund und Zeitgenossen... alles wird genau dasselbe ohne irgendeine Änderung bis in die kleinsten Details sein. Die Leute sagen, dass die Christen sich die Auferstehung auf diese Art der Wiederherstellung vorstellen.
(NEMESIUS, De Natura hominis, 38)

Die Weltuntergangsberechnung von Dionysius ist auch in vollkommener Übereinstimmung mit Endzeit-Prophezeiungen im zweiten Brief von Petrus.
Dieser Brief spiegelt offenbar die kataklysmische Weltenjahrversion von Berossos wider, nach welcher das Ende entweder durch Wasser oder Feuer kommt. Der Unterschied zwischen beiden ist nur, dass Petrus hingegen sagt, die Zerstörung mit Wasser geschah bereits während der Flut des Noah, daher erfolgt die kommende Zerstörung zugleich mit Jesu Auferstehung durch Feuer. Wenn nun 1000 Jahre einen Tag des Herrn darstellen, so passt das angepeilte Zeitenende von Dionysius auch zu Jesu’ versprochener Auferstehung von den Toten am Dritten Tag. Der Dritte Tag beginnt schließlich dann, wenn zwei Tage, d.h. 2000 Jahre vorüber sind.

Ihr sollt vor allem wissen, dass in den letzten Tagen Spötter kommen werden, die ihren Spott treiben, ihren eigenen Begierden nachgehen und sagen: Wo bleibt die Verheißung seines Kommens? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibt es alles, wie es von Anfang der Schöpfung gewesen ist. Denn sie wollen nichts davon wissen, daß der Himmel vorzeiten auch war, dazu die Erde, die aus Wasser und durch Wasser Bestand hatte durch Gottes Wort; dennoch wurde damals die Welt dadurch in der Sintflut vernichtet. So werden auch der Himmel, der jetzt ist, und die Erde durch dasselbe Wort aufgespart für das Feuer, bewahrt für den Tag des Gerichts und der Verdammnis der gottlosen Menschen.
(2 Petrusbrief, 3: 3-8)

Es wird aber des Herrn Tag kommen wie ein Dieb; dann werden die Himmel zergehen mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden ihr Urteil finden.
(2. Petrusbrief, 3: 10)

... und am dritten Tag wird er auferstehen. (Mk 10: 34); (Mt 16: 21; 17:23; 20:19); (Lu 18:33; 24:7; 24:4)

Tatsächlich fand eine solche seltene Planetenansammlung im Mai des Jhares 2000 Jahren statt. Dionysius verwendete die Präzessionsrate von 666J/10°, und hat damit auf den Tag des Frühlingsäquinoktiums 2000 Jahre vor dieser Konjunktion das Datum der Inkarnation Christi platziert, um damit das Platonische und präzessionale Zeitalter der Fische zu kennzeichnen.

Wie gezeigt, sind Planetenansammlungen seit Anfang der Menschheitsgeschichte in vielen Kulturen für die zeitliche Orientierung verwendet worden, obwohl sie auch für Aberglauben, Religion und Manipulation missbraucht wurden. Die AD-Zählung selbst fußt auf einer von der Kirche verfemten Berechnung des Jüngsten Tages, die mit Hilfe der von ihr verteufelten Astrologie durchgeführt wurde.

 Sternkarte 5. Mai 2000
5-5-2000; CEP -246492, geozentrisch


Planetenstellung Mai 2000
5-5-2000 CEP –246492, heliozentrisch

Zusammenfassung und Schlußbetrachtung

Das Auftreten einer sehr seltenen Ansammlung aller klassischen Planeten im Jahr 2000 der christlichen Jahreszählung, die in der Antike als Wiederbringung aller Dinge gesehen wurde, ist kein Zufall, sondern Produkt einer zeitlichen Peilung durch Dionysius Exiguus vor 1500 Jahren. Weil Dionysius den zukünftigen Zeithorizont seines Weltbildes und Präzessions-Zeitalters im Auge hatte, ist das Ergebnis seiner Anno Domini Jahreserstellung eine Weltuntergangs-Spekulation mit der Folge, dass diese seltene Planetenansammlung gerade und just im Jahr 2000 AD auftrat.


Herausgegeben CEP-244333, April 006

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